Frankfurter Buchmesse

Es ist soweit. Unser Miniverlag beginnt also gleich zum Start mit einem großen Auftritt im Olymp des Buchhandels! Aber nun: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt ... Und schließlich sehen wir unsere Konzentration auf DAS eine Buch auch als große Chance: bei uns muss sich niemand am Verlagsschild vorbei zu den Büchern durcharbeiten. Bei uns geht es schon beim ersten Blick zur Sache ...

Bereits der erste Kontakt mit unseren Standnachbarn ist wirklich überwältigend! Die alten Hasen nehmen uns unerwartet freundschaftlich in ihrer Mitte auf. Wir werden sofort vom Verlag Niemeyer unter die Fittiche genommen: vom Chef Carsten Holzendorff, der mir geduldig alles rund um die Buchmesse erklärt und von seiner bezaubernden Gattin Nicole-Annette, die uns mit Warmherzigkeit und Apfelschnitten sicher durch die Strapazen der 5 Messetage geleitet. Von der anderen Seite bescheint uns die Sonne des Sorriso Verlags mit kurzweiligen Besuchen von Fozziebär und auch vom sehr großen Nachbarn gegenüber, dem Bastei-Lübbe Verlag kriegen wir jede Menge tollen Zuspruch. Das alles ist hier ganz unerwartet wunderbar freundschaftlich und familiär ...

Verlage, Autoren, Verkaufszahlen, Bücher - all das spielt nun in Gang C zuweilen nur noch eine kleine Nebenrolle ... Die alles bewegende Frage der versammelten Buchschaffenden ist dann einzig diese: wann kommt Fräulein Betty und welche aufsehenerregende Kreation wird Sie uns heute präsentieren? Und so glich spätestens um 10 Minuten vor 9 ein Großteil der Halle 3.0 einem großen Konglomerat diverser Erdmännchenkolonien. Einmütig reckten sich die Hälse der sonst doch so konzentriert arbeitenden Verlagsmitarbeiter in Richtung des westlichen Eingangstores, um ja nicht den Moment zu verpassen, in dem sich die Hutspitze Fräulein Bettys dort am Horizont zeigen würde - und wahrlich, wir wurden niemals enttäuscht ...

Samstag ist der Großkampftag der Frankfurter Buchmesse. Denn an diesem Tag entscheiden erstmals die Privatleute unter den Messebesuchern über Wohl oder Wehe derer Neuerscheinungen. Und es lief phantastisch: unser Stand und unser Buch zauberten den Messebesuchern ein Lächeln ins Gesicht. Es gab ein beständiges großes Hallo auf unserem Gang, mit vielen "Ahs" und "Ohs", "geil", "süß" war zu hören, und - besonders beliebt bei diversen Damengruppen - "kuck mal Monika, das ist doch genau DEIN Buch". Waren die Buchhändler an den Vortagen noch relativ vorsichtig und zurückhaltend, spülte nun eine große Welle der Sympathie und Begeisterung in unseren kleinen Stand. Die Leseproben wurden uns zweitweise förmlich aus der Hand gerissen und der Verleger hatte in so manchem Augenblick dieses Tages eine kleine Träne der Erleichterung im Augenwinkel. All diese Mühe hat sich wirklich gelohnt und ein Traum war wahr geworden, gerade so wie es uns Madonna in ihrem Song "American Pie" verhießen hatte:

And I knew if I had my chance

I could make those people dance
and maybe they be happy for a while

...

Fazit: Die Frankfurter Buchmesse ist definitiv der Ironman unter den Literaturveranstaltungen. Ich hatte nicht geahnt, wie sehr diese 5 Tage einen sowohl physisch als auch psychisch durch die Mangel drehen (besonders wenn man als "Mädchen für alles" auch noch den Standbau und jeden Tag 3 Stunden Stau am Frankfurter Kreuz zu bewältigen hat). Aber irgendwie ist diese Messe auch wie die Wüste: so sehr sie auch an einem zehrt, ist sie doch auch wunderschön und irgendwie süchtig machend. Gleich wie zerschlagen man jeden Abend darnieder sinkt, man ist doch am nächsten Morgen wieder neugierig auf die nächsten Eindrücke und Erfahrungen, die dieses Volksfest der Literatur einem bescheren mag ...

Mein besonderer Dank geht noch an alle Freunde und Helfer, die an und auf dem Messestand mitgewirkt haben: Christine Clemenz, Doro Kaiser, Ananda Lips und Frank Eisele. Ohne Euch wäre all das niemals so schön und so erfolgreich geworden ...

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